Zum ersten Mal in Hurghada? Was Sie vor der Reise wissen sollten

Bild 1 – Hero-Bild
Motiv: Küste von Hurghada mit Rotem Meer und Stadt im Hintergrund, möglichst keine typische Hotelwerbung
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Alt-Text: Hurghada am Roten Meer mit Küste und Stadt

Hurghada ist für eine erste Ägyptenreise ein ziemlich dankbarer Ausgangspunkt. Die Hotels sind auf internationale Gäste eingestellt, die Wege zum Flughafen kurz und das Rote Meer liegt praktisch vor der Haustür. Gleichzeitig kann der erste Eindruck etwas irreführend sein: Wer nur zwischen Hotelanlage, Strand und Ausflugsbus unterwegs ist, bekommt von Hurghada vor allem die touristische Seite zu sehen. Dabei ist die Stadt wesentlich vielfältiger, als es die grossen Hotelanlagen zunächst vermuten lassen. Ein paar Dinge sollte man deshalb wissen, bevor die Reise beginnt – nicht weil Ägypten kompliziert wäre, sondern weil manche Kleinigkeiten den Urlaub deutlich angenehmer machen.

Hurghada ist nicht nur die Hotelanlage

Bild 2 – Stadtansicht
Motiv: Sakkala oder El Dahar mit Geschäften und Strassenszene
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Alt-Text: Strassenszene in Hurghada zwischen El Dahar und Sakkala

Wer zum ersten Mal nach Hurghada kommt, landet häufig in einer Hotelanlage, die mit ihrer eigenen kleinen Welt erstaunlich wenig mit der Stadt dahinter zu tun hat. Das ist durchaus angenehm, schliesslich reist niemand ans Rote Meer, um sich am ersten Urlaubstag mit dem Stadtverkehr anzulegen. Trotzdem lohnt sich ein Blick über den Hotelzaun. Sakkala ist touristisch geprägt, mit Restaurants, Geschäften, Cafés und der Marina, während El Dahar, die ältere Stadtmitte, deutlich stärker vom Alltag der Einheimischen geprägt ist. Dort wird eingekauft, gearbeitet und gehandelt, und zwischen kleinen Geschäften und Marktständen bekommt man einen Eindruck von einem Hurghada, das mit der Hotelwelt wenig gemein hat.

Wer also einmal einen Abend ausserhalb der Anlage verbringen möchte, muss nicht gleich eine grosse Stadtrundfahrt buchen. Ein Spaziergang durch Sakkala oder ein Abstecher nach El Dahar reicht bereits, um festzustellen, dass Hurghada nicht nur aus All-inclusive-Buffet und Poolbar besteht. Mehr über die verschiedenen Seiten der Stadt und ihre Rolle als Ausgangspunkt für Unternehmungen steht auch in unserem Beitrag 🟨 Hurghada als Ausgangspunkt für Ausflüge.

Sonne, Wärme und der Wind vom Roten Meer

Bild 3 – Strand
Motiv: Strand von Hurghada mit leichtem Wind und klarem Himmel
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Alt-Text: Strand von Hurghada am Roten Meer

Hurghada ist ein ausgesprochen sonniges Reiseziel, doch „ganzjährig warm“ bedeutet nicht, dass sich jeder Monat gleich anfühlt. Im Hochsommer kann die Hitze tagsüber erheblich sein, während die Wintermonate oft angenehm mild sind, morgens und nach Sonnenuntergang aber eine dünne Jacke durchaus ihre Berechtigung hat. Dazu kommt der Wind, der am Roten Meer häufig weht und im Sommer eine Wohltat sein kann, im Winter auf einem Boot allerdings dafür sorgt, dass 23 Grad plötzlich erstaunlich frisch wirken.

Für einen reinen Badeurlaub ist die Jahreszeit deshalb weniger problematisch als für einen Tag in Kairo oder Luxor. Wer mehrere Stunden durch Tempelanlagen läuft oder die Pyramiden besucht, sollte die Temperaturen stärker berücksichtigen als jemand, der den Nachmittag überwiegend im Schatten einer Strandliege verbringt. Die angenehmste Reisezeit hängt also nicht nur vom Wetter ab, sondern auch davon, was während des Urlaubs tatsächlich auf dem Programm steht.

Bargeld gehört ins Reisegepäck

In Hotels, grösseren Geschäften und vielen Restaurants kann problemlos mit Karte bezahlt werden. Trotzdem sollte immer etwas Bargeld vorhanden sein. Für kleine Einkäufe, Taxis, Trinkgelder oder einen spontanen Halt beim Händler um die Ecke ist Bargeld schlicht praktischer.

Bezahlt wird in ägyptischen Pfund (EGP). Ein kleiner Vorrat an kleineren Scheinen und Münzen ist besonders für Trinkgeld hilfreich. Geldautomaten gibt es in Hurghada reichlich, ebenso Wechselmöglichkeiten. Wer am Flughafen Geld tauscht, kauft vor allem Bequemlichkeit; für grössere Beträge lohnt sich ein Vergleich der Konditionen.

Und dann ist da noch das Thema Bakschisch, das bei der ersten Ägyptenreise gern etwas verwirrend wirkt. Trinkgeld ist im Tourismus weit verbreitet und für viele Beschäftigte ein wichtiger Teil des Einkommens. Kofferträger, Reinigungskräfte, Fahrer, Reiseleiter und Servicepersonal freuen sich daher über eine angemessene Anerkennung. Daraus muss allerdings kein permanentes Portemonnaie-Zücken werden. Kleine Beträge für gute Leistungen reichen in vielen Situationen völlig aus, und wer sich ein paar kleinere Scheine zurücklegt, erspart sich später die Suche nach Wechselgeld.

Was zieht man ausserhalb des Hotels an?

Am Strand und am Pool darf die Kleidung selbstverständlich sommerlich und knapp sein. Ausserhalb der Hotelanlage sieht es etwas anders aus. Hurghada ist touristisch, aber eben nicht nur touristisch, und wer durch die Stadt läuft, sollte sich entsprechend kleiden. Leichte Hosen, längere Shorts, T-Shirts und luftige Oberteile sind unkompliziert; sehr freizügige Strandkleidung gehört dagegen an den Strand.

Für den Besuch einer Moschee oder anderer religiöser Orte sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Ein leichtes Tuch oder ein dünnes Hemd im Tagesrucksack ist deshalb eine der unspektakulären Dinge, die man später erstaunlich häufig gebrauchen kann. Niemand muss sich für einen Stadtbummel in schwere Kleidung hüllen – es geht eher um Rücksicht auf die Umgebung als um eine komplizierte Kleiderordnung.

Essen: ruhig einmal ausserhalb des Buffets

Bild 4 – Ägyptisches Essen
Motiv: Koshari, Ful, Falafel oder ägyptische Mezze auf einem Tisch
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Alt-Text: Typisches ägyptisches Essen in Hurghada

Das Hotelbuffet hat seine Vorteile, insbesondere nach einem langen Ausflug, wenn niemand mehr Lust auf kulinarische Abenteuer hat. Wer Ägypten kennenlernen möchte, sollte trotzdem mindestens einmal etwas anderes probieren. Koshari, Ful, Falafel, Mezze, gegrillter Fisch und Fleischgerichte gehören zu den Klassikern, die wesentlich mehr über die ägyptische Küche erzählen als die internationale Standardkarte vieler Ferienhotels.

Bei der Restaurantwahl genügt meist ein gesunder Blick auf die Umgebung. Ein Lokal, das gut besucht ist, eine ordentliche Küche erkennen lässt und einen vernünftigen Eindruck macht, ist häufig die bessere Wahl als ein völlig leerer Laden mit einer Speisekarte, die gefühlt die Küchen von fünf Kontinenten gleichzeitig anbietet. Beim Wasser ist dagegen weniger Abenteuerlust gefragt: Für Besucher ist abgefülltes Trinkwasser die einfache und sichere Variante.

Mehr Vorsicht ist normalerweise gar nicht nötig. Wer sich nicht von jedem Eiswürfel und jeder Salatgurke verunsichern lässt, sondern auf vernünftige Hygiene achtet, kann die ägyptische Küche ziemlich entspannt kennenlernen.

Wie bewegt man sich in Hurghada?

Hurghada ist langgezogen, und das ist eine der ersten geografischen Überraschungen für viele Besucher. Zwei Hotels können beide unter „Hurghada“ laufen und trotzdem etliche Kilometer voneinander entfernt liegen. Wer abends spontan in ein Restaurant möchte oder einen bestimmten Stadtteil besuchen will, sollte deshalb vorher einen Blick auf die Entfernung werfen.

Taxis sind in den touristischen Bereichen leicht zu finden. Der Preis sollte möglichst vor Fahrtbeginn geklärt werden, wenn kein verlässliches Taxameter genutzt wird. Für längere Strecken oder Ausflüge ist ein organisierter Transfer oft angenehmer, besonders wenn mehrere Personen unterwegs sind oder ein sehr früher Start ansteht.

Bei einem Ausflug nach Luxor oder Kairo spielt die Frage der Fortbewegung ohnehin eine andere Rolle. Hier zählt vor allem, wie viel Zeit tatsächlich im Fahrzeug verbracht wird und wie der gesamte Tagesablauf aussieht. Ein vermeintlich günstiger Ausflug kann an Attraktivität verlieren, wenn dafür ein grosser Teil des Tages mit Warten und zusätzlichen Transfers verbracht wird.

Welche Ausflüge lohnen sich beim ersten Besuch?

Wer zum ersten Mal in Hurghada ist, muss nicht sofort entscheiden, ob er Ägypten nun als Kultur- oder Badeurlaub betrachtet. Die interessante Variante liegt gerade in der Mischung. Ein Schnorchel- oder Bootsausflug zeigt eine Seite des Landes, die mit den klassischen Pyramidenbildern wenig zu tun hat, während eine Wüstensafari einen ganz anderen Eindruck von der Landschaft vermittelt.

Luxor ist die naheliegende Wahl für alle, die das alte Ägypten nicht nur aus dem Geschichtsbuch kennen möchten. Tal der Könige, Hatschepsut, Memnonkolosse und Karnak ergeben einen langen, aber eindrucksvollen Tag. Was dabei wirklich zu beachten ist, haben wir im Beitrag 🟨 Luxor-Ausflug ab Hurghada: Was sollte man wissen? ausführlicher beschrieben.

Kairo ist noch einmal eine andere Grössenordnung. Die Pyramiden von Gizeh und das Grand Egyptian Museum lassen sich bei guter Planung an einem Tag verbinden, allerdings ist die Anreise lang. Für viele Erstbesucher ist der Ausflug trotzdem ein Höhepunkt, vor allem wenn die Pyramiden ganz oben auf der persönlichen Wunschliste stehen. Einen konkreten Ablauf und die sinnvollste Reihenfolge beschreibt unser Beitrag 🟨 Kairo-Ausflug ab Hurghada: Was kann man an einem Tag sehen?

Und wer nicht unbedingt die grossen Klassiker sucht, findet auch abseits von Kairo und Luxor interessante Ziele. Einige davon stellen wir im Beitrag 🟨 Ägypten abseits der Klassiker: Unentdeckte Schätze entdecken vor.

Wie viele Ausflüge braucht eine Woche?

Eigentlich lautet die Antwort: weniger, als man zunächst denkt.

Zwei oder drei gut ausgewählte Ausflüge reichen für eine Woche Hurghada meist völlig aus. Ein Tag auf dem Roten Meer, eine Wüstensafari und entweder Kairo oder Luxor ergeben bereits ein ziemlich volles Programm. Wer zwei Wochen bleibt, kann natürlich mehr unternehmen; bei sieben Tagen sollte dagegen ruhig etwas Luft im Kalender bleiben.

Das gilt besonders nach einem langen Kulturtag. Wer morgens im Dunkeln nach Luxor aufbricht und erst am Abend wieder im Hotel ankommt, braucht am nächsten Tag nicht zwingend das nächste Abenteuer. Ein späteres Frühstück, ein paar Stunden am Strand und ein Bad im Meer sind dann kein verlorener Urlaubstag, sondern ziemlich vernünftige Reiseplanung. Eine mögliche Kombination aus Ausflügen und Erholung haben wir in 🟨 Eine Woche in Hurghada: So lassen sich Strandurlaub und Ausflüge verbinden zusammengestellt.

Woran erkennt man einen guten Ausflug?

Der Name einer Tour sagt erstaunlich wenig darüber aus, wie der Tag tatsächlich abläuft. „Kairo“, „Schnorcheln“ oder „Wüstensafari“ können völlig unterschiedliche Programme bedeuten. Vor der Buchung lohnt deshalb ein Blick auf die Details: Wie lange dauert die Fahrt? Wie gross ist die Gruppe? Wie viele Stunden bleiben tatsächlich am Ziel? Welche Eintrittsgelder sind enthalten? Gibt es ein Mittagessen? Und wie viel Zeit geht für zusätzliche Stopps verloren?

Gerade bei langen Ausflügen ist weniger manchmal mehr. Eine Tour, die vier interessante Stationen in einem vernünftigen Tempo verbindet, kann deutlich angenehmer sein als ein Programm mit zehn Punkten, bei dem die meiste Zeit zwischen den Sehenswürdigkeiten verbracht wird.

Eine private Tour kann für Reisende interessant sein, die mehr Flexibilität wünschen. Pausen lassen sich leichter anpassen, die Gruppengrösse ist überschaubar und bei langen Tagesausflügen kann das einen echten Unterschied machen. Das ist allerdings keine Frage von „besser“ oder „schlechter“, sondern davon, wie viel Individualität für den eigenen Urlaub tatsächlich wichtig ist.

Auch die Lage des Hotels macht einen Unterschied

Bei der Hotelwahl sollte nicht nur auf Sterne, Pool und Zimmer geschaut werden. Die Lage beeinflusst den Charakter des Urlaubs erheblich. Wer vor allem Ruhe sucht und seine Tage ohnehin in der Anlage verbringen möchte, kann mit einem weiter ausserhalb gelegenen Resort sehr zufrieden sein. Wer abends gerne essen geht, einkauft oder ohne grossen Aufwand in die Stadt möchte, sollte dagegen genauer hinsehen.

Auch der Strand verdient einen Blick in die Beschreibung. Nicht jedes Hotel verfügt über einen langen Sandstrand, und ein vorgelagertes Hausriff kann für Schnorchler ein grosser Vorteil sein, während Familien mit kleinen Kindern vielleicht lieber einen flach abfallenden Sandstrand hätten. Ein schönes Hotel und ein passender Strand sind deshalb nicht automatisch dasselbe.

Was man von Hurghada nicht erwarten sollte

Hurghada ist kein historisches Ägypten im klassischen Sinn. Wer durch die Stadt läuft, wird nicht plötzlich zwischen antiken Tempeln und pharaonischen Ruinen stehen. Dafür sind andere Orte zuständig – vor allem Luxor, Kairo und die zahlreichen archäologischen Stätten entlang des Nils.

Hurghadas Stärke liegt woanders: im Roten Meer, in den Möglichkeiten für Wassersport und Ausflüge und in der unkomplizierten Verbindung von Erholung und Entdeckungen. Man kann morgens schnorcheln und abends am Strand sitzen, am nächsten Tag durch die Wüste fahren und zwei Tage später vor den Pyramiden stehen. Diese Mischung ist wahrscheinlich der eigentliche Grund, warum Hurghada für eine erste Ägyptenreise so gut funktioniert.

Unser Fazit: Zum ersten Mal nach Hurghada

Wer zum ersten Mal nach Hurghada reist, muss weder jeden Ausflug im Voraus buchen noch sich einen minutiösen Reiseplan erstellen. Sinnvoller ist es, zunächst zu entscheiden, was im Urlaub wichtig ist: viel Zeit am Meer, ein bisschen Abenteuer, Geschichte und Kultur oder möglichst eine Mischung aus allem. Mit etwas Bargeld, vernünftigem Sonnenschutz, passender Kleidung und einem realistischen Blick auf Entfernungen und Temperaturen ist die wichtigste Vorbereitung ohnehin erledigt.

Danach darf der Urlaub ruhig Raum für spontane Entscheidungen lassen. Vielleicht wird aus dem geplanten Strandtag ein Schnorchelausflug, vielleicht bleibt man nach einer langen Tour einfach im Hotel und bestellt noch einen Kaffee. Hurghada muss nicht an jedem Tag etwas liefern – und genau das macht den Ort für eine erste Reise nach Ägypten so angenehm.